Altersdemenz bei Katzen: Gibt es so etwas?

Altersdemenz bei Katzen: Gibt es so etwas?

Wenn Hunde altern, werden sie grau. Katzen altern scheinbar ohne sichtbare Merkmale oder doch? Haben Katzen ein Gen, das sie vor den Folgen des Alterns schützt? Tierärzte können das eindeutig mit Nein beantworten. Katzen haben mit zunehmendem Lebensalter mit den gleichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen wie ihre Dosenöffner. Und noch mehr Übereinstimmung verbindet sie mit dem Menschen: Katzen können an Demenz erkranken. Diese neurologiche Störung bedeutet einen erheblichen Verlust an Lebenqualität und stellt das erkrankte Tier und sein Herrchen und Frauchen vor neue Herausforderungen.

Wie auch beim Menschen gilt: Je früher die Ursache einer plötzlich oder auch allmählich offensichtlichen Verhaltensänderung erkannt ist, desto größer sind die Chancen, das Leiden erfolgreich zu behandeln bzw. den Verlauf zu verlangsamen. Woran kann ich erkennen, dass meine Katze an Demenz erkrankt ist? Deine Katze ist 15 Jahre oder mehr alt, sie zeigt ungewöhnliches Verhalten wie nächtliches Schreien, Anzeichen von Desorientiertheit und Unsauberkeit, ist plötzlich ungewohnt reizbar und zeigt Launen. Dann könnte Alterdemenz die Ursache sein. Nur mit Rücksicht ist der alternden Katze jetzt nicht geholfen. Ein gründlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt hilft Begleiterkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln.

Alterdemenz kann ebenfalls behandelt werden. Es gibt Medikamente, die die Hirnzellen vor dem Zerfall schützen. Durch spezielle Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel kann ein rasches Fortschreiten der neurologischen Störungen verlangsamt werden, und schließlich können Herrchen und Frauchen mit regelmäßigem gezieltem Gehirnjogging für den alternden Kater oder die Katzenseniorin dafür Sorge tragen, dass diese möglichst lange aktiv bleiben und den täglichen Herausforderungen gewachsen sind. Der Gang zum Tierarzt sollte ab sofort regelmäßig erfolgen, wie überhaupt Regelmäßigkeit im Tagesablauf einer alten Katze Mensch und Tier sehr hilft.

Rücksicht und Verständnis sind immer dann besonders gefragt, wenn im Alltag kleine und größere “Missgeschicke” passieren: Ein Austausch der hohen abgedeckten Katzentoilette gegen eine flache offene Schale ist oft schon die Lösung. Gutes, abwechslungsreiches Futter sorgt dafür, dass die alte Katze bei Kräften bleibt und solange sie sich zum Spielen animieren lässt, sollte sie dazu regelmäßig und intensiv angeleitet werden. Auch ein Clickertraining bietet sich als Gehirnjogging an. Nach dem Spielen sollten für den demenzkranken Kater oder die demenzkranke Katze ruhige, warme Schlafplätzchen zur Verfügung stehen.

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