Erste Hilfe am Hund: Hund atmet nicht mehr…

Kommt es zu einem Ausfall der Herz-Kreislauf-Funktionen verliert das Tier zunächst das Bewusstsein und zeigt keinerlei offensichtliche Reaktionen. In den folgenden Augenblicken versuchen Sie unbedingt ein Lebenszeichen des Tieres zu finden. Überprüfen Sie zuerst, ob das Tier atmet. Die Atmung kann man fühlen, indem man die Hand auf den Oberkörper legt oder die Finger vor die Nasenlöcher hält, um den Luftzug zu spüren. Der Herzschlag, auch wenn er sehr schwach ist, lässt sich durch Auflegen des Ohres auf den Oberkörper des Hundes hören. Das Herz befindet sich ungefähr auf Höhe des Ellbogengelenkes.

Genaueren Aufschluss über den Zustand des kollabierten Hundes gibt die Pulsmessung. Der Puls lässt sich am besten an der Innenseite des Oberschenkels zwischen den großen Muskeln fühlen. Als Hundebesitzer sollten sie diese im Notfall lebensrettenden Aktionen bei ihrem gesunden Hund üben. Ein regelmäßiges kleines Training erhöht die eigene Sicherheit im Umgang mit einem kranken Tier und hilft alle notwendigen Maßnahmen zu beschleunigen, die das Leben des Tieres im Ernstfall retten können. Der Rat, Pulsschläge und Atmung etwa eine halbe Minute zu zählen, um sich ein genaueres Bild des Zustandes der Tieres zu machen, kann befolgt werden, wenn sowohl Herzschlag wie Atmung vorhanden sind.

Ist ein Lebenszeichen weder zu erkennen, zu fühlen, und zu hören, ist rasches, planmäßiges Handeln bei der Reanimation (Wiederbelebung) geboten. Idealerweise sollte der Hund auf der rechten Körperseite liegen, der Kopf- Halsbereich in natürlicher Haltung. Es ist unbedingt zu prüfen, dass das Maul frei ist (die Zunge dazu vorziehen, eventuell Erbrochenes oder Anderes aus der Maulhöhle entfernen), damit die Atmung nicht behindert wird. Ein Atemstillstand verläuft in jedem Fall tödlich, auch dann, wenn das Herz noch schlägt.

Als oberste Regel gilt in jeder Situation, in der Erste Hilfe benötigt wird: Bewahren Sie Ruhe und schaffen Sie eine möglichst stressfreie Atmosphäre. Oft fällt es ganz besonders dem Besitzer eines kranken, hilfsbedürftigen Hundes schwer, die nötige Fassung zu bewahren; deshalb darf und sollte die Person Erste Hilfe leisten, die es sich zutraut und weiß, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Diese Entscheidung muss schnell getroffen werden, denn ein Atemstillstand und / oder Herzstillstand stellen lebenbedrohliche Situationen dar, die innerhalb weniger Minuten zum Tod des Tieres führen können.

Die eigentliche Wiederbelebung besteht aus zwei Handlungen, die die Lebensfunktionen des Tieres wechselseitig günstig unterstützen: Dem Hund wird durch seine Nasenlöcher Luft zugeführt und sein Herz durch schnelle ruckartige Druckbewegungen auf den Oberkörper zum Schlagen angeregt. Die Beatmung ist deshalb von so entscheidender Bedeutung, weil das Gehirn mit Sauerstoff versorgt werden muss.

Für die Beatmung wird das Maul mit der Hand so umfasst, dass die Nasenlöcher zugänglich sind. Holen Sie tief Luft und pusten Sie ihre Atemluft in die Nase des Hundes. Wenn Sie sehen, dass sich der Brustkorb hebt, haben Sie alles richtig gemacht. Warten Sie bis sich der Brustkorb senkt und wiederholen Sie den Vorgang etwa alle 3 bis 6 Sekunden bis der Hund wieder von alleine atmet.

Konnten auch keine Herztöne wahrgenommen werden, muss ebenfalls unverzüglich das Herz massiert werden. Dazu pressen Sie mit angemessener Kraft ihre Hände – bei kleinen Hunden kann man eventuell den Brustkorb umfassen und den nötigen Druck zwischen Fingern und Daumen erzeugen – kurz und fest auf den Brustkorb und wiederholen diese Massage ungefähr im Sekundentakt 15 Mal hintereinander und beobachten, ob der Hund irgendeine Reaktion zeigt, die auf den Erfolg der Massage hindeutet.

Wenn nur ein Retter zur Stelle ist, aber beide Maßnahmen durchgeführt werden müssen, beginnen Sie mit der Beatmung und unterbrechen diese nach etwa 2 oder 3 Mal und massieren das Herz. Behalten Sie diesen Rhythmus bei bis das Tier sich erholt hat oder ein Tierarzt oder andere professionelle Hilfe eingetroffen ist.

TAKE HOME
Wenn ein Hund das Bewusstsein verloren hat gilt es Ruhe zu bewahren und unverzüglich mit Rettungsmaßnahmen zu beginnen.
Dazu den Hund auf der rechten Köperseite lagern, das Maul öffnen, die Zunge hervorziehen, alles, was die Atmung behindern könnte, aus der Maulhöhle entfernen (Maul mit Lappen auswischen)
Das bewusstlose Tier auf Lebensfunktionen wie Atmung, Herz- und Pulsschlag überprüfen.
Mit der Reanimation beginnen und fortführen bis das Tier wieder von alleine atmet oder bis professionelle Hilfe zur Stelle ist.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt nicht den Besuch und das Gespräch mit dem Tierarzt, der Sie und Ihren Hund kennt. Sprechen Sie beim nächsten Besuch über Erste Hilfe für Ihren Hund.

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