Greyhound: König der Windhunde

Der Greyhound ist der wohl typischste Repräsentant aus der Familie der Windhunde und hat den Ruf, der schnellste Hund der Welt zu sein. Vor allem aber gehört er zu einer Hunderasse mit einer traditionsreichen Geschichte, die von der Verehrung und der Faszination der Menschen gegenüber diesem eleganten Jagdhund zeugt, dessen Passion das Laufen in seiner vollendeten Form ist.

Die Kelten brachten den Windhund etwa 400 v.Chr. mit ihrer Einwanderung auf die britischen Inseln. Er wurde in Rudeln gehalten und zur Niederwildjagd eingesetzt. Auf diesen kurzen Distanzen erreicht der Windhund eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km pro Stunde. Sein anschmiegsames, treues, ruhiges und sanftes Wesen machten ihn außerdem seit jeher zu sehr angenehmen Begleithunden und Hausgenossen. Im 16., 17. und 18. Jahrhunderts wurde der spanische Windhund nach Irland und England exportiert und in die bestehende Linie eingezüchtet. Windhunde zu halten und zu züchten war in früheren Zeiten das Vorrecht des Adels. Gemälde aus dem 14. Jahrhundert zeigen häufig Adelige in Begleitung ihrer Lieblingsjagdhunde und besonders treuen Gefährten aus dem Rudel, das meistens in großer Zahl gehalten wurde.

Aber auch wesentlich ältere Dokumente bezeugen die Verbreitung der Windhunde in der Vergangenheit und deren besondere Stellung innerhalb der Beziehung zwischen ihnen und den Menschen. Salomo z.B. erwähnt den Windhund bereits in der Bibel. Auch in der Literatur wird der Greyhound vielfach erwähnt. Bei den Pharaonen und später bei den Wikingern wurden bei Ausgrabungen Skelette von Windhunden mit kostbar besetzten Halsbändern gefunden. Es ist überliefert, dass Windhunde als einzige Rasse an Gottesdiensten in der Kirche teilnehmen durften.

Das Erscheinungsbild des Greyhounds hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert. Er gehört mit bis zu 76 cm zu den großen Hunden. Er ist sehr schlanker und hochbeiniger Hund mit langem Hals. Sein Kopf ist ebenfalls länglich und schmal mit kleinen nach hinten geneigten Rosenohren und großen dunklen mandelförmigen, sehr ausdrucksstarken Augen. Das Haarkleid ist fein und dicht, schwarz, weiß, rot, blau, bräunliches rotgelb, sandfarben, gestromt oder jede dieser Farben mit weiß, kurzhaarig und glatt anliegend. Bei einem gut und artgerecht gehaltenen Greyhound kommt unter dem glatten Fell jede Linie, jeder Muskel und jede Sehne seines eleganten, geschmeidigen Körpers voll zur Geltung. Sein Körperbau mit der tiefliegenden Brust und den hochgezogenen Lenden ist die typische Körperform eines Rennhundes.

Wer sein Herz an einen Greyhound verliert, muss sich im Klaren sein, dass das Laufen ein Grundbedürfnis für einen Greyhound ist. Er verkümmert, wenn er seinem Bewegungsdrang nicht nachgeben kann. Deshalb sollte man sich einem Renn-oder Coursingverein anschließen, um den Greyhounds die Ersatzjagd anzubieten. Im Haus verhält sich der Greyhound wie fast alle Jagdhunde sehr ruhig und ist ein äußerst angenehmer Begleithund. Er ist sehr liebevoll, anschmiegsam und treu. Fremden gegenüber ist er zunächst oft reserviert, seiner Familie aber treu ergeben und sanftmütig anhänglich. Der Greyhound braucht zur Prägung seines Wesens die enge Bindung an Haus und Familie. Zur Ausbildung seines Körpers braucht er Bewegung und nochmals Bewegung.

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