Ein Chihuahua ist trotz seiner zierlichen Ausmaße zu hundert Prozent ein Hund: selbstbewusst, lebhaft, munter und energiegeladen. Er liebt Spaziergänge auch bei Wind und Wetter und vor allem sein Herrchen oder Frauchen. In ihrer Zuneigung sind diese kleinen Hunde sehr wählerisch und suchen sich unter denen, die für sie sorgen, bevorzugt einen Menschen aus, dem sie sich fest anschließen.
Kleine Hunde haben schnell den Ruf, Schoßhunde zu sein, aber - wie viele Rasseporträts bekunden - zu Unrecht. Gerade beim Chihuahua lässt sich der Begriff "umgekehrte Proportionalität" am eigenen Leib oder dem eines größeren Hundes erleben, wenn man einem Chihuahua begegnet. Mutig stellt er sich größeren Artgenossen in den Weg und zeigt energisch, dass er den nötigen Respekt einfordert, auch wenn er dabei seine Körpergröße überschätzt. Chihuahuas erfordern schon aus diesem Grund eine gute Erziehung, da sie sonst dazu neigen, sich das Verbellen und Kläffen anzugewöhnen.
Auch das weit verbreitete Vorurteil, dass kleine Hunde nicht besonders lernfähig seien, widerlegen die meisten Vertreter der kleinsten Hunderasse der Welt. Das Wesen des Chihuahuas wird als sehr lernfähig und gutmütig eingeschätzt. Er ist ein stets lebenslustiger und robuster Hund, der beizeiten lernen kann und sollte, was ein Hund können sollte. Auf keinen Fall sollte das gut gemeinte und bei unseren vierbeinigen Freunden auch durchaus zur rechten Zeit angebrachte Verwöhnen in ein ständiges Verhätscheln ausarten. Chihuahuas erziehen ansonsten ihre Herrchen und Frauchen und nicht umgekehrt.
Chihuahuas fühlen sich überall in menschlicher Umgebung wohl, dabei beanspruchen sie wenig Platz für sich. Obschon sie eine unübersehbare Vorliebe dafür entwickeln, sich ganz besonders einem Menschen anzuschließen, können sie auch in Familien mit Kindern gehalten werden. Der kleinste Hund der Welt sollte dann das Familienleben von klein auf lernen können. Überhaupt zeigt ein Chihuahua, wie die meisten seiner Artgenossen, dass der Umgang mit ihm und seine Erziehung seine Verhaltensweisen prägt. Dabei sollten Herrchen und Frauchen auch bereit sein, auf die Eigenarten eines jeden Tieres einzugehen, wenn es das Zusammenleben nicht beeinträchtigt.
Über die Abstammung des Chihuahuas existieren verschiedene Theorien. Die glaubhafteste ist die, dass er von den im alten Mexiko vorhandenen Opferhunden abstammt. Auch heute leben in Mexiko in der Provinz Chihuahua nach wie vor wild lebende kleine Hunde, die zu den Ahnen der Chihuahuas gezählt werden. Anderen Quellen zufolge züchteten schon die Aztekenpriester Chihuahuas als Tempelhunde. Außerdem sollen sie den Speiseplan der Indianer bereichert haben. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bauern der Provinz Chihuahua, ihre kleinen Hunde verstärkt an Touristen zu verkaufen. Über Amerika kamen diese dann nach Europa.
Der Chihuahua ist der kleinste Rassehund der Welt mit maximal 3 Kilo Lebendgewicht. Typisch für sein Aussehen sind die Fledermausohren und sein apfelförmiges Köpfchen mit den überproportional großen Augen. Trotz seiner Kleinheit sollte der Körper kompakt wirken. Chihuahuas gibt es mit Langhaar und Kurzhaar. Der langhaarige Chihuahua hat weiches Haar, befranste Ohren, einen ausgeprägten Halskragen und eine fedrig, voll behaarte Rute. Das Haar ist entweder glatt oder ganz leicht gewellt. Der kurzhaarige Chihuahua besitzt dichtes, weiches, glänzendes Haar, das geschmeidig am Kopf und Körper anliegt.