Sie leben in Steppen und Halbwüsten Asiens, gesellig in Familienverbänden in Höhlen unter der Erde. Sie sind monogam: Die Rede ist von mongolischen Rennmäusen. Auch wenn diese possierlichen flinken Nager eher klein und zart sind reichen handelsübliche Käfige nicht aus, um die Rennmäuse artgerecht zu halten.
Abhilfe für die Käfigenge und den Platzmangel schaffen mehrere Käfige, die miteinander verbunden werden. Der Fantasie sind bei der Zusamenstellung keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist in jedem Fall eine dicke Schicht Einstreu von mindestems 20 cm, um ihnen das Graben zu ermöglichen. Die Lebenserwartung der Wüstenrennmäuse liegt bei etwa 2 bis 5 Jahren.
Ursprünglich in den Steppen und Halbwüsten der Mongolei und Nordchinas zuhause leben die gesseligen Rennmäuse am liebsten in Großfamilien mit etwa 15 bis 20 Tieren. Diese bestehen in der Regel aus einem Elternpaar und den beiden nächsten Würfen. Die "Krieger mit Krallen" verteidigen ihr Revier entschlossen gegenüber nicht zur Familie gehörenden Tieren.
Ausgewachsene weibliche Tiere sind 60 bis 100 g schwer, männliche Tiere wiegen 80 bis 120 g. Der Rumpf ist zwischen 10 bis 14 cm lang, die Schwanzlänge beträgt 10 bis 12 cm. Der Schwanz dient der Balance. Rennmäuse sind am ganzen Körper behaart, im Gegensatz zu Mäusen und Ratten auch am Schwanz und unter den Fußsohlen. Dies dient der Anpassung an ihren natürlichen Lebensraum, wo heiße Sommer und kalte Winter herrschen. Typisch für die mongolische Rennmaus sind die überproportional langen Hinterbeine und die großen kugelrunden Augen. Die natürliche Fellfarbe ist bräunlich mit heller Unterseite, diese Farbe nennt sich Agouti. Inzwischen sind viele verschiedene Zuchtfarben erhältlich.
Im Gegensatz zu als Haustier gehaltenen Tieren können frei lebende Rennmäuse bis zu acht Jahre alt werden, die tatsächliche Lebenserwartung beträgt jedoch aufgrund der vielen natürlichen Feinde nur ein Jahr. In Gefangenschaft erreichen sie meist nur ein Alter von zwei bis vier, selten auch bis zu fünf Jahren und mehr. Rennmäuse sind im Rhythmus von zwei bis vier Stunden tag- und nachtaktiv und halten keinen Winterschlaf. Einen Großteil ihrer wachen Zeit verbringen sie mit der Futtersuche. Sie ernähren sich von Samen, Nüssen, Früchten, Wurzeln, Pflanzenteilen und kleinen Insekten (z.B. Grillen, Mehlwürmer, Heuschrecken).
Mit dem Futter nehmen sie den Hauptteil ihres Wasserbedarfs auf und trinken nur sehr wenig. Als Heimtier sollten sie mit speziellem Rennmausfutter oder Kleintierfutter gefüttert werden. Manche Tiere fressen auch diverse Gemüsearten. Obst sollte man nur gering, und wenn, dann nur säurearmes Obst verfüttern. Säure sind Rennmäuse in der Natur nicht gewohnt. Wasser sollte stets vorhanden sein.
Rennmäuse sind sehr soziale Tiere, was sich durch ausgiebige gegenseitige Fellpflege und Zusammenkuscheln mit Familienangehörigen zeigt. Sie erkennen sich gegenseitig am Geruch und verteidigen ihr Revier vehement gegen Eindringlinge. In der freien Natur gehen Revierkämpfe in der Regel unblutig aus und enden mit der Flucht des fremden Tieres.
Da dies in Gefangenschaft nicht möglich ist, sind Revierkämpfe hier wesentlich gefährlicher. Oft stirbt das schwächere Tier an seinen Verletzungen. aAnfängern wird deshalb eine Haltung von höchstens drei Tieren angeraten. Am besten vertragen sich Rennmäuse, die sich von Geburt an kennen. Revierkämpfe werden auch durch eine ausreichende Größe des Käfigs und viel zusätzlichen Bewegungsangeboten eingedämmt.