In Niederbayern hält sich hartnäckig das Gerücht, dass 200 Miezen verschwunden sein sollen. Annemarie V. (50) aus Plattling macht sich große Sorgen um ihre beiden Katzen Tessy und Mimi. Für Annemarie V. steht fest: Ihren Katzen muss etwas passiert sein. Steckt die Katzen-Mafia dahinter?
Schon über 200 Katzen sollen in kürzester Zeit verschwunden sein und zwar in der Region Passau, Deggendorf, Freyung- Grafenau und im Rottal. Die Panik unter den Katzenbesitzern nimmt zu: In Lieferwagen mit ausländischen Kennzeichen sollen die Verbrecher durch Niederbayern kurven und die Hauskatzen von der Straße weg fangen.
Bei der Polizei Passau haben schon viele besorgte Tierliebhaber angerufen. Dazu meint Polizeisprecher Fritz Grindinger: "Wir sind jedem Hinweis auf verdächtige Fahrzeuge nachgegangen. Aber: In keinem einzigen Fall ergab sich ein Hinweis auf Katzenfänger." Trotzdem fand kürzlich eine Katzen- Mahnwache in Deggendorf statt, Lichterketten sollen folgen.
Auch Tierärzte halten die Geschichten um die Katzen-Mafia eher für eine Katzen-Hysterie. Ein Veterinär aus Passau äußerte seine Bedenken: "Wer schon mal versucht hat, eine Katze einzufangen, der weiß, wie schwierig das ist. Für Tierversuche würden Katzen eigens gezüchtet, und Pelzhändler kauften Fell billig aus Asien. Die vermissten Katzen wurden wohl auf der Straße totgefahren."