Rassekatzen sind meistens durch "Zufall" aus ganz normalen Katzenwürfen entstanden und wurden erst dann mit Hauskatzen und Wildkatzen gekreuzt, um bestimmte Mermale im Erbmaterial zu verankern. Das wichtigste Ordnungmerkmal bei Katzen ist die Länge des Haarkleides.
Man teilt die Rassen in Langhaar-, Halblanghaar-, und Kurzhaarrassen ein. Anders als bei der gemeinen Hauskatze, die es mit den verschiedensten Fell- und Farbgebungen gibt und genau deswegen so beliebt sind, sind in den letzten Jahrhunderten allerlei Zuchtformen entstanden, die gewissen Rassestandards genügen müssen.
Eine der ältesten Langhaarrassen ist die Türkische Angora, die wohl schon im 17. Jahrhundert nach Europa kam. Sie wurde später durch eine ähnliche Rassekatze verdrängt, die Perserkatze, erkennbar an ihrem langen Fell und ihrem runden Kopf mit der flachen Nase. Die Perserkatze entstammt der Kreuzung aus Angorakatze und der persischen Langhaarkatze.
Ihr relativ geringer Freiheitsdrang und ihr Fell, das zur Verfilzung neigt, unterstützen die Haltung als reine Wohnungskatze. Die Perserkatze gehört heute zu den beliebtesten und bekanntesten Rassen weltweit. Eine weitere Katze mit einem sehr alten Stammbaum ist die Abessinierkatze, die bereits im frühen 18. Jahrhundert gezüchtet wurde.
Durch genetische Untersuchungen weiß man heute, dass ihre Ursprünge, anders, als der Name es vermuten lässt, nicht in Afrika, sondern in Südostasien liegen. Sie gehört zu den Kurzhaarkatzen und ist von mittlerer Größe. Ihre Erscheinung beeindruckt durch die offensichtliche Ähnlichkeit mit einem Puma und macht sie für Katzenfans von sehr ursprünglich anmutenden Katzen so attraktiv.
Gänzlich aufs weiche Fell muss man bei der Sphynx-Katze verzichten. Bis auf einen leichten Flaum ist diese Katze vollkommen nackt. Obwohl sie ebenfalls durch Mutation entstand und diese Ausprägung somit natürlich ist, bezeichnet man sie als Qualzucht. Die Katze muss den fehlenden Wärmeschutz des Fells durch eine Selbstregulierung der Körperwärme ausgleichen.
Die Sphynx-Katze muss im Vergleich zu ihren behaarten Artgenossen wesentlich mehr Nahrung zu sich nehmen, um den Energie- und Wärmeverlust auszugleichen. Ein erhöhte Empfindlichkeit gegenüber der Sonne ist ein weiterer negativer Aspekt dieser Mutation.
Die größten Rassen sind die norwegischen und amerikanischen Waldkatzen, letztere auch Main-Coon genannt, die in Ausnahmefällen vom Kopf bis zum Schwanz bis zu 1,20m lang und bis zu 12kg schwer werden können. Ihr Fell ist nicht ganz so lang wie das der Perserkatze, aber doch länger als bei den normalen Hauskatzen.
Die kleinste Rasse hingegen ist die Singapura, die nicht viel schwerer als 2kg wird und, wie der Name schon sagt, in Südostasien lebt. Man findet sie dort oft in der Kanalisation, in der sie sich, dank ihrer geringen Größe, leicht verstecken kann. Ebenfalls aus dieser Region kommen so bekannte Rassen wie die Siamkatzen, eine sehr geschmeidige Katze mit kurzem Fell und einem zierlichen Körperbau.
Siamkatzen gelten als intelligent und dominant, was ihnen einen etwas schwierigen Charakter verleiht. Sie gilt deshalb nicht als Anfängerkatze. Hervorgegangen ist die Siamkatze wahrscheinlich aus Bengalkatzen oder den nubischen Katzen. Später züchtete man immer kleinere und zierlichere Siamkatzen, welche sich von den ursprünglichen Siamesen immer mehr unterschieden.
Die Katzen des ursprünglichen Typs nennt man heute auch Thaikatzen, da sie mit den Siamkatzen zwar verwandt sind, aber durch ihr Aussehen: sie haben im Unterschied zu der Siamkatze einen massigen und eher runden Kopf. Auch ihr Naturell ist weniger auffallend. Thaikatzen bilden eine eigenständige Rasse.
Doch Rassen unterscheiden sich nicht nur in Größe und Haarlänge. Die Formen und Größen gewisser Extremitäten führte ebenfalls zu neuen Rassen. So zeichnen sich diverse Bobtailzüchtungen durch ihren kurzen Stummelschwanz aus. Die bekanntesten Rassen sind American Bobtail und Japanese Bobtail, welche sowohl in Kurzhaarvarianten als auch als Halblanghaarkatzen vorkommen.
Abgesehen von den Amerikanischen Bobtails gilt sie auch als Qualzucht, da dem Schwanz eine wichtige Bedeutung für das Gleichgewicht und die Kommunikation zukommt. Fehlt er, kann sich das negativ auf das Bewegungsverhalten und das Sozialverhalten der Katze auswirken.
In letzter Zeit immer beliebter werden Kreuzungen zwischen Hauskatzen und wilden exotischen Katzen. Man will hier das Aussehen einer Wildkatze und das Verhalten eines Stubentigers miteinander kombinieren. Die bekannteste Hybridkatze dürfte inzwischen die Bengalkatze sein, die eine Kreuzung einer asiatischen Bengalkatze und einer Hauskatze darstellt.
Andere Züchtungen kreuzen Hauskatzen mit Rohrkatzen (Chausie) oder mit Falbkatzen (Kanaanikatze). In diesem Fall züchtet man wieder zurück, da Falbkatzen als die Stammväter aller Hauskatzen gelten. Durch Kreuzung mit einem Serval entstand die Savannah-Katze, die mit einer Schulterhöhe von bis zu 45cm (10kg) eine der größten Hauskatzen ist und in ihrem Aussehen, ihren geschmeidigen Bewegungen und dem getüpfelten Fell einem Geparden ähnelt.
Trotz ihres raubkatzenähnlichen Aussehens gilt sie als perfekte Familienkatze, die hochintelligent und sehr anhänglich ist. Sie unterscheidet sich vom Wesen in erster Linie dadurch von einer normalen Hauskatze, dass sie vergleichsweise wenig Interesse an Bäumen und Klettern zeigt, dafür aber gerne mal zu Ihnen in die Badewanne steigt.
Die Hybriden Formen sind noch sehr selten und auch nicht billig. So dürfte es, wenn überhaupt, noch lange dauern, bis sich diese Katzen richtig etabliert haben. Wie bei allen Tieren sollte die artgerechte Haltung Vorrang vor allem anderen haben und es muss als völlig natürlich erkannt sein, dass ein Tier Kosten verursacht.