Panikmache im Zusammenhang mit immer wieder mal auftretenden Fällen von Vogelgrippe ist fehl am Platz. Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Nürnberg haben deutsche Experten zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, sehen aber insgesamt keine verschärfte Risikolage. Die Bundesländer sollten nach den sechs bestätigten H5N1-Fällen ihre Risikogebiete überprüfen, empfahl der Präsident des Friedrich- Loeffler-Instituts (FLI), Thomas C. Mettenleiter.
Besondere Sorgfalt ist aber angesagt, damit der Virus nicht in einen Nutzgeflügelbestand hineingetragen wird. Nach Angaben des Institutes sind die Nürnberger Fälle die ersten H5N1-infizierten Wildvögel in Europa seit August 2006. Damals war ein Schwan im Dresdner Zoo infiziert. Seither wurden die Erreger in Europa nur in Geflügelfarmen nachgewiesen.
In Nürnberg haben die Behörden unterdessen ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die örtlichen Gewässer sollen künftig zwei Mal täglich nach verendeten Tieren abgesucht werden. Der Sperrbezirk wurde in einigen Gebieten erweitert, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Eine unmittelbare Gefahr für den Menschen bestehe aber nicht.
Bis zum Montagabend wurden in Nürnberg insgesamt 18 tote Vögel entdeckt. Bei sechs von ihnen steht fest, dass sie mit dem auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert waren. Im angewiesenen Sperrbezirk müssen die Tiere im Stall bleiben und dürfen nicht verkauft werden. Parkwächter sollen verstärkt die Leinenpflicht für Hunde kontrollieren.