Rabenvögel lösen praktische Denksportaufgaben, Papageien meistern Puzzles, bei denen dreijährige Kinder scheitern, Graudrosslinge schließlich leisten in der Negev-Wüste erfolgreiche Teamarbeit: Mit verteilten Rollen attackieren sie eine giftige Tigerschlange. Diese Intelligenz von Vögeln scheint nicht zu ihrem einfachen Gehirnaufbau zu passen.
Das Gehirn von Vögeln weist nicht einmal eine Großhirnrinde auf, die gemeinhin als Sitz der Intelligenz angesehen wird. Erst jetzt haben Biologen diesen scheinbaren Widerspruch lösen können und verstehen, warum das sprichwörtlich bekannte "Spatzenhirn" zu solch geistigen Leistungen fähig ist.
In Freiburg hält z.B. Rabenkrähe "Konrad" die Bürger in Atem. Sie nestelt Rucksäcke auf, entwendet Parkmünzen und klaut die Strafzettel der Polizei. Konrads Verwandte in den Regenwäldern Neukaledoniens sind noch gewitzter: Um ihre Beute aus Baumlöchern zu holen, stellen sie Angelgeräte mit Widerhaken her und verpassen ihnen nach Bedarf sogar einen Griff oder eine besondere Schärfe.
Das Gehirn von Vögeln ist nicht größer als eine Nuss, doch die geistigen Fähigkeiten von Vögeln sind mit denen z.B. von Schimpansen vergleichbar. Damit gehören Vögel zu den intelligentesten Tieren unseres Planeten. An der Universität von Oxford ist man dabei, das Intelligenzpotenzial der schlauesten Vögel auszuloten: Es sind die Bergpapageien Neuseelands.
So demonstriert diese Papageienart eindrucksvoll ihren "Forscherdrang": Sie untersuchen, was die Welt zusammenhält - und wie man sie am besten auseinander nimmt. Sie prüfen die Standfestigkeit von Bierflaschen, demontieren Dachträger und zerlegen Skistiefel. Ob es nur Spieltrieb ist oder tatsächlich eine Art Verständnis für Technik wird in Wien von Wissenschaftlern untersucht.