Nicht immer lebe ich mit meinem Hund in störungsfreier Eintracht, obwohl wir schon auf gut 11 gemeinsame Jahre zurückblicken können. Unser Hausfrieden wird des öfteren mal und völlig unverhofft von - ich nenne es mal - Rückfällen beeinträchtigt. Diese Rückfälle sind Verhaltensweisen, die massiv gegen unsere eintrainierten Benimmregeln verstoßen und mich ganz schön auf die Palme bringen können. Mein Hund ist schließlich kein Welpe mehr, dem Einiges nachzusehen ist.
Erst gestern wieder war es so weit: ob es am wirklich hellen Vollmond lag? Den Grund werde ich wohl nicht herausbekommen. Jedenfalls erwartete mich nach der Arbeit wie immer ein glücklicher, vor Wiedersehensfreude überschwenglicher Hund mit einem nicht zu übersehenen Touch von schlechtem Gewissen und Unterwürfigkeit. Mein in dieser Hinsicht geübtes Auge fand dann auch schnell die Ursache: Der gelbe Müllsack war zerlegt, der Inhalt auf der gesamten unteren Etage verstreut, Milchtüten zerbissen usw. Ich verzichte auf die detaillierte Beschreibung meiner Wohlstandsabfälle.
Meine Vorfreude auf's Wochenende erhielt einen kräftigen Dämpfer. Was tun? Nachträgliche Bestrafungen nützen nichts! Außerdem weiß mein alter Hund, dass "Müll sortieren" "pfui" und "aus" und "böse" ist, auch die Frage "hast du wieder alles kaputt gemacht" löst bei ihm lebhafte Erinnerungen an seine Jugendsünden aus. Also helfen eigentlich nur großzügiges Verzeihen und Hoffen, dass nun erst einmal wieder eine Weile nichts dergleichen passiert.
Für den - mich eingeschlossen - Tierfreund, den in solchen Situationen durchaus mal der Gedanke durchfährt, dass er seinem Hund am liebsten die "Ohren langziehen" möchte, habe ich noch einen interessanten Tipp: Besuchen Sie doch einmal die unten angegebene Seite. Unter der Rubrik "Fun" dürfen Sie getrost Ohren langziehen, ohne dass Ihrem Liebling auch nur ein Haar gekrümmt wird. Diese Idee hat meine vollste Sympathie.