Die Allianz ist auf den Hund gekommen. Sie verkauft von nun auch Krankenversicherungen für Hunde und Katzen. Immerhin sind 99 Prozent aller Haustiere nicht krankenversichert. Es scheint also, dass sich hier ein potenter Markt entwickeln lässt. So schwärmt jedenfalls Allianz-Vorstand Karl-Walter Gutberlet.
Rein statistisch sind 13 Millionen Hunde und Katzen in Deutschland registriert und im Jahr geben Herrchen und Frauchen allein für Futter und Zubehör im Schnitt über 500 Euro aus. Da will der Münchner Konzern mitverdienen. Kinder viel beschäftigter Eltern, allein lebende Singles, einsame Senioren, immer öfter suchen Menschen Geborgenheit beim Tier.
"Hund und Katze ersetzen heute zunehmend die Familienmitglieder", bestätigt auch Heiko Färber, Geschäftsführer des Verbands praktizierender Tierärzte. Für ihre "tierischen" Lieblinge erwarten die Besitzer deshalb ähnliche medizinische Standards wie für sich selbst. Heute wird operiert und nicht wie früher eingeschläfert.
Doch die medizinische Versorgung kostet natürlich Geld: Vierstellige Summen sind bei Operationen üblich. Bisher bieten nur die Spezialanbieter Uelzener Versicherung und Vereinigte Tierversicherung, sowie die Axa, Helvetia und Agila Tierkrankenpolicen an. Ab sofort möchten 10 000 Allianz-Vertretern schnell die Marktführerschaft übernehmen.
Für ihre vierbeinigen Hausgenossen müssen die Kunden jedoch einiges hinlegen: im Monat 27 bis 42 Euro beim Hund, bei Katzen reicht die Spanne von 18 bis 28 Euro. Dafür zahlt die Allianz für die Operation an Bellos gebrochenem Bein oder einem Darmverschluss von Miezi ebenso wie für Medikamente und sogar Homöopathie, solange ein ausgebildeter Tierarzt behandelt.
Das Unternehmen übernimmt 80 Prozent der Operation bis maximal 3000 Euro, bei allen anderen Behandlungen von Unfällen und Krankheiten 80 Prozent bis maximal 1000 Euro. Wie immer gilt: klein Gedrucktes genau lesen: rein rechtlich sind Hund und Katze immer noch Sachgegenstände. D.h. wird der Versicherung das Tier zu teuer, kann sie die Police kündigen.