Nichts als Strand und Wellen, Wind und Wolken, das klingt so schlicht und steckt doch voller Überraschungen. Man braucht nur einen wachen Blick oder eben eine superfeine Hundenase. Unser zweiter Ferientag meint es wieder gut mit uns. Das Thermometer zeigt zwar ein paar Grad kälter und wir decken uns bei der Morgenrunde schnell noch mit einem Sack Kaminholz ein, aber es steht schon fest heute steht die Superrunde auf dem Programm: Am Strand bis zur nächsten Ferienhaussiedlung und hinter den Dünen wieder zurück.
Keine Straße, kein Auto, nur vier Pfoten und zwei Füße, erst mit dem Wind, dann der Sonne entgegen. Wir verstehen uns wortlos gut, Tammo hat die Nase am Boden und ich gehe gemächlich am Wasserrand vorwärts: Das Rauschen der Wellen in den Ohren, die sanfte Brandung, eine Musik, die den Kopf aufräumt und den Alltag auf gesunde Distanz entschwinden lässt. Überall wo Mövenschwärme kreischend im Wind aufsteigen um sich dann wieder auf die Wellen fallen zu lassen, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Da liegen sie, unsere Schätze: Seesterne, Muscheln und natürlich Unmengen an Kieselsteinen die frisch mit Salzwasser überzogen im Sonnenschein funkeln, als wären es Edelsteine. Ich erinnere mich an einen stattlichen Bernstein, der vor Jahren einfach mal so dalag. Heute bleibt die Ausbeute wertlos, aber für uns sind es intensive Erinnerungen an einen Tag am Strand.