Wie viele Menschen habe ich auch zur Zeit Urlaub und genieße die Waldspaziergänge mit meinem Hund zu Zeiten, zu denen ich sonst arbeiten muss und mein Hund zu Hause auf mich wartet. So kommt es, dass wir ganz besonders an sehr heißen Sommertagen schon mal direkt nach dem Frühstück Nachbarn, Rasenmähergebrumm, Autostaus und Baustellenlärm mit zügigem Schritt hinter uns lassen und die erfrischende feuchte Luft des Waldes, den lichten Schatten und das Stimmengewirr der Vögel genießen. Natürlich läuft mein Hund angeleint; denn er ist nun mal ein Jagdhund.
"Unsere" Rehe lässt er inzwischen fast gelassen passieren. Er kennt den Befehl "nicht jagen" und belässt es bei gehobener Pfote, Witterung aufnehmen und bleibt gespannt stehen, bis ich ihn anspreche. Aber gestern und heute wurden sowohl Hund als auch Frauchen überrascht. Mitten auf dem Waldweg saß ein Jungvogel. Während ich ihn gestern knapp aber rechtzeitig entdecken konnte, weil ein Altvogel laut zeternd versuchte unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sah ich heute nur einen blitzschnell zupackenden Hund, der auf meinen Ruf "aus!" glücklicherweise sofort reagierte.
Er spuckte einen Jungvogel aus. Benommen und ein bisschen zersaust hockte er vor meinen Füßen. Ich konnte sein Herz pochen sehen und hoffe, dass er diese ungestüme Begegnung mit meinem Hund ansonsten unbeschadet überstanden hat. Also liebe Hundefreunde und Waldspaziergänger aufgepasst. Es scheint fast so, als flögen oder sprängen unseren Jagdhunden süße kleine Leckerbissen zur Zeit nur so ins Maul.