In der nächsten Feriensiedlung gibt es das fantastischste Kleinstrestaurant an diesem Küstenstreifen. Hier zaubert der Chef auf höchstens zwei Quadratmetern Küche, Salate, Schollenfilets, Steaks, Burger, die roten Pölse mit gerösteten Zwiebeln, Gurkenscheiben und Remoulade und natürlich die leckersten Pommes frites. Eine Minizapfanlage sorgt für Getränke. Es grenzt an Zauberei, wenn man diesem Hünen, der früher Schiffskoch war, dabei zusieht, wie er mit Bleistift hinterm Ohr verschiedenste kleine Menüs für oft 16 bis 20 Personen gleichzeitig zubereitet. Mein Hund darf hier natürlich auch mit hinein und manchmal gebe ich ihm auch etwas von meinem Teller ab.
Leider ist das Lokal noch geschlossen, als Tammo und ich die See und die Sandünen hinter uns lassen, um unseren Rückweg durch kilometerweite Heidelandschaft anzutreten. Die steife Brise von der Nordsee haben wir jetzt hinter uns gelassen, hier hinter den Dünen ist es windgeschützt und völlig ruhig. Ab und an schrecken ein paar Brutvögel auf und versuchen uns von ihren Nestern abzulenken. Tammo guckt jedes Mal interessiert hinterher, aber er weiß genau, dass er nicht jagen darf. Die Landschaft wird hügeliger, die Bäume allmählich wieder höher. Ein Märchenwald wie geschaffen für weite Osterspaziergänge mit Eiersuche. Moose in unterschiedlichsten Farben und Arten bedecken wie ein weicher Teppich den Boden und Tammo muss sie alle einmal testen, indem er sich ausgiebig in ihnen hin und herrollt und dabei wohlig seine Augen verdreht.
Es ist früher Abend, als wir angenehm müde und hungrig wieder beim Ferienhaus eintreffen. Für Tammo gibt es eine extra große Portion Hundefutter und ein paar gesunde Cräcker zum Nachtisch und auf mich wartet die Sauna. Während der Hund schon lange zufrieden auf seinem Teppich vom Vergangenen Ferientag träumt, lässt Frauchen die Seele baumeln.