70 Hunde in Hannover müssen nicht mehr allein zu Hause ausharren, wenn Herrchen und Frauchen arbeiten gehen. Die bundesweit erste Kita für den Hund beherbergt fast 70 Tiere täglich. Die Bezahlung für die Unterbringung erfolgt nach Anmeldung und per Monatsabo oder Zehnerkarte.
Wohin mit dem Hund, wenn man einen normalen, langen Arbeitstag hat und niemand zu Hause ist, der sich um den geliebten Vierbeiner kümmern kann? Diese Frage hat Andrea Brandes gelöst: Sie brinngt ihren quirligen Pudel-Mischling Oskar in die Hundetagesstätte. Abschiedsschmerz kennt Oskar dort nicht. Im Gegenteil: er scheint sich jede Mal wieder richtig auf seine Hundegruppe zu freuen, wenn sein Frauchen arbeiten geht.
Ein bis drei Mal pro Woche bringt Andrea Brandes den Pudel-Mischling in die Hundetagesstätte in Hannover, die 2003 nach eigenen Angaben als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland eröffnet wurde. 13 Euro pro Tag zahlt sie für die Unterbringung ihres Hundes. Für Hunde, die regelmäßiger kommen als Oskar, gibt es auch Zehner- oder Monatskarten, die dann bis zu 210 Euro kosten.
Bis zu 70 Hunde kommen an einem Tag in die Gewerbehalle in Hannover, wo sie von bis zu vier Mitarbeitern betreut werden. Manche der vierbeinigen Gäste bleiben sogar über Nacht. Die Hundebesitzer kommen meistens erst einmal gucken, bevor sie sich für die Unterbringung ihres eigenen Hundes in der Huta entscheiden. In der Huta in Hannover gribt es zwei Hundegruppen, die sich nach der Körpergröße des Hundes richtet.
Thomas Schröder vom Tierschutzbund sieht die Unterbringung des Familienhundes in der Huta kritisch. Eine Hundetagesstätte sei lediglich als Ergänzungsangebot zu sehen, Betont er. "Wenn man schon vor der Anschaffung weiß, dass man sich nicht um den Hund kümmern kann, sollte man überlegen, ob ein Hund als Familienmitglied in Frage kommt. Vielleicht sind dann eher Aquarienfische als Haustiere geeignet", sagt Schröder. Ein Hund brauche eine feste Bezugsperson. Wenn das auf Dauer nicht gewährleistet sei, komme der Hund ganz durcheinander und werde nervös.
Trotzdem ist in den vergangenen Jahren ein Trend zur Hundestagesstätte zu beobachten. Wenn das Angebot da ist, dann wird es auch nachgefragt», sagt Schröder. Er rät Hundebesitzern dazu, sich eine Huta genau anzusehen, bevor man den Hund dort abgibt. Dabei sei es auch wichtig, ob es für ruhigere Hunde eigene Räumlichkeiten gebe. Für Hunde, deren Sinn nicht nur nach Spielen und Toben steht. sind Hundetagesstätten, die auch die Möglichkeit haben, Hunde entsprechend ihres Temperaments in Gruppen zusammenzustellen eine gute Alternative.