Als vor 17 Jahren unser Nymphensittich als Geburtstagsgeschenk für meinen Sohn bei uns einzog, war er ein Geschenk zur bevorstehenden Einschulung. Wir holten ihn damals aus einer Hobbyzucht. Inzwischen hat sein Besitzer längst Abi und studiert. Eine Lebenserwartung von 17 und mehr Jahren sind bei einem Nymphensittich keine Seltenheit und doch erfüllt es mich schon mit Staunen und nach wie vor mit Freude, wenn der Senior im Käfig sich morgens meldet, den Kopf schief legt und so lange aufmunternd lockt, bis ich ihn begrüße, oder wenn ich merke, dass er seinen Futternapf aufsucht und anfängt Sonnenblumenkerne aufzupicken, wenn ich mich zum Frühstück hinsetze. Es scheint fast, als wolle er mir Gesellschaft leisten.
Gerührt beobachte ich auch gern den Hausfrieden zwischen dem zierlichen Vogel und unserem Münsterländer. Selbstbewusst tappst der Sittich auf dem Teppich herum, balzt und faucht den Hund leicht an, wenn er ihm zu nahe kommt. An Wegfliegen denkt er aber ganz offensichtlich nicht und muss er auch nicht. Unser Nymphensittich war nicht immer allein, ganz im Gegenteil: Natürlich wissen wir, dass Kleinpapageien intensive soziale Kontakte zu Artgenossen pflegen und auch brauchen.
Recht schnell nach der Eingewöhnung bei uns, bekam K.fips eine Gefährtin. Leider lag sie nach etwa 7 Jahren ohne vorherige Erkrankung eines Morgens tot im Käfig. Das klägliche Rufen und Schreien von K.fips hörte erst auf, als wieder eine Gefährtin bei ihm einzog. Aber auch diese hat uns schon vor einiger Zeit verlassen. Wegen seines inzwischen
fortgeschrittenen Alters beschlossen wir, K.fips allein zu halten. Jetzt flirtet er eben mit uns, und wehe, er genießt nicht genug Aufmerksamkeit; dann kann er immer noch sehr laut werden.