Ökosärge, Ehrengräber, mit Samt ausgeschlagene Urnen und individuell auf das Tier zugeschnittene Trauerreden: der Kunde ist bei dem Jungunternehmer Steffen Pfannes König: "wir machen alles", verspricht der Tierbestatter und Chef des Tierfriedhofes im Frankenland. Seit Anfang Juni warten etwa 1000 Gräber darauf, würdevolle, letzte Ruhestätte für heiß geliebte, verstorbene Vierbeiner zu werden.
Die ersten Anfragen hat Pfannes bereits vorliegen, denn der Service rund ums tote Haustier ist gefragt wie noch nie. Immer mehr Tierhalter überlassen ihr totes Tier nicht mehr einer Beseitigungsanlage für Tierkadaver. Nach Angaben des Bundesverbandes für Tierbestatter in Mannheim werden 10 000 Hunde und Katzen jährlich nach ihrem Tod begraben und rund 20 000 in Krematorien verbrannt. Mittlerweile gibt es 140 Friedhöfe und 6 Krematorien in Deutschland.
"Das ist ein richtiger Boom-Markt", meint eine Verbandssprecherin. Für viele Menschen sei das Tier ein Kinderersatz und entsprechend hoch sei der Aufwand, den Tierhalter für ihre verstorbenen Lieblinge betreiben wollen, fügt sie erklärend hinzu. Bei Steffen Pfanes kostet eine Beerdigung eines mittelgroßen Hundes auf dem Tierfriedhof Frankenland genau 235 Euro. Wer mehr Geld ausgeben will, für den gibt es fast keine Beschränkung nach oben.
Statt eines Pfarrers dürfen Interessierte in Kitzingen Steffen Pfannes für die Trauerrede am Grab bestellen. Der Bestatter spricht auf Wunsch tröstende Worte über das Leben des verstorbenen Haustieres. Das Gespräch mit den Trauernden gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Tierbestatters. Der Verlust eines geliebten Haustieres ist schmerzlich und ganz besonders ältere und einsame Menschen leiden unter dem Verlust ihres Hundes oder ihrer Katze.