Morgen sollten die Bauarbeiten für den umstrittenen Bau der Waldschlösschenbrück in Dresden beginnen, aber Dank einer zierlichen Fledermaus gibt es noch einmal einen Aufschub. Die Kleine Hufeisennase, eine Zwergfledermaus ist eine bedrohte Tierart und lebt vorzugsweise in Sachsen im Baugebiet der geplanten Brücke.
Etwa 850 Tiere wurden nach neuesten Erhebungen im Gebiet des Elbbogens bei Dresden gezählt. Das entspricht einem Viertel der Gesamtpopulation der bedrohten Zwergfledermausart in Deutschland. Ihren Namen hat die kleinste Fledermausart Europas übrigens von einem Hautlappen, der hufeisenförmig die Schnauze umschließt.
Fledermäuse sind für das Ökosystem besonders wichtig, da sie praktisch die einzigen lebenden Feinde von z.B. Mücken sind. In der Bundesrepublik Deutschland steht die Kleine Hufeisennnase auf der Roten Liste, d.h. sie ist akut vom Aussterben bedroht. Regelmäßige Vermehrungsnachweise gibt es noch punktuell in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern.
Ein Vorkommen der Kleinen Hufeisennase im Gebiet des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal führte am 9. August 2007 zum Erlass eines vorläufigen Baustopps für die geplante Waldschlößchenbrücke in Dresden. Das Verwaltungsgericht Dresden kritisierte eine nicht ausreichende naturschutzrechtliche Prüfung der Bauauswirkungen auf die bedrohte Fledermausart. Den Antrag auf Baustopp hatten örtliche Naturschutzverbände gestellt