Hunderte hungrige Geier wurden über Belgien gesichtet. Vermutlich aus Nahrungsmangel flogen die Tiere rund 1200 Kilometer von Spanien aus Richtung Norden und suchten nun in Belgien nach Aas. Das verbreiteten belgische Medien. Die Zeitung "Le Soir" berichtete von "fast 200 Geiern", die am Wochenende über dem nördlichen Flandern und den Ardennen im Süden gekreist seien. Den Vögeln macht offenbar ein neues EU-Gesetz zu schaffen, mit dem in Spanien keine Tierkörper mehr auf öffentlichen Müllkippen abgeladen werden dürfen.
Eine Sprecherin von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sprach von einer "ökologischen Krise" und kündigte eine Untersuchung an. Auch im Großraum der Hauptstadt Brüssel wurden die Tiere gesichtet, die eine Flügelspanne von bis zu zweieinhalb Metern haben können. Im 25 Kilometer westlich von Brüssel gelegenen Ninove legte der flämische Vogelschutzbund 200 Kilogramm Schweinefleisch auf einer Wiese für die Geier aus. Damit sollten die Tiere "ihre Stärke wiedererlangen", um nach Spanien zurückfliegen zu können, sagte der Präsident von Vogelbescherming Vlaanderen, Jan Rodts, der Agentur Belga.
Der flämische Bauernverband kündigte eine Beschwerde gegen diese Fütterungsaktion an. Die Landwirte fürchten, dass die Tiere angefüttert und dadurch zum Verbleib in Belgien ermutigt werden. Diese Überlegungen sind angesichts des gesetzlich verordneten Futtermangels für Geier in Spanien nicht von der Hand zu weisen.