Bei Grabungen im Thüringer Wald haben deutsche und US-amerikanische Wissenschaftler ein etwa 290 Millionen Jahre altes Ursaurier-Skelett entdeckt. Es handelt sich bei dem Fund um ein etwa 80 Zentimeter langes Tier, das auch in den Rocky Mountains in den USA gefunden wurde. Wissenschaftler sehen darin einen Beleg für die Existenz eines Urkontinents, der später auseinandergedriftet ist.
Ursaurier sind die ältesten vierbeinigen Landwirbeltiere in der Erdgeschichte, sie lebten lange vor den Dinosauriern. Der Gothaer Paläontologe Mertens gräbt seit 15 Jahren jeden Sommer mit einem internationalen Expertenteam in der Fundstätte im Thüringer Wald. Das bröckelige Gestein mit dem Skelett seien vorsichtig geborgen und in einem Gipsbett für den Transport gesichert worden, sagte Mertens. Noch sei unklar, ob das Skelett vollständig erhalten sei und welcher Art es angehöre.
Die Fossilfundstelle in Thüringen als eine der ergiebigsten weltweit. Sie öffnet nach Expertenmeinung ein wichtiges Zeitfenster in die Tier- und Pflanzenwelt jener Zeit. Seit 1975 wird in den fast 300 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten im Thüringer Wald systematisch gegraben, die Fundstelle ist mehr als einhundert Jahre bekannt.
Für den Wissenschaftler Stuart Sumida von der California State University in San Bernardino birgt das Areal die am besten konservierten Versteinerungen der ältesten Landwirbeltiere. Sie repräsentieren nach Auffassung des Wissenschfatlers die besten Beispiele des frühen Landökosystems. Beeindruckend sei die Vielfalt der Fossilien vor 290 Millionen Jahren.