Eigentlich sollten sie Panda, Gorilla und Co hegen und pflegen, damit sich das Publikum an ihnen erfreuen kann. Doch im Zoo von Erfurt haben Wärter schlachtbare Tiere getötet, filetiert und zum Verzehr verkauft. Nach Angaben der Pressesprecherin der Stadt Erfurt handelte es sich dabei um Fleisch von Rotwild, Dammwild, Ziegen und Kleintieren.
Exotische Tiere seien nach bisherigen Ermittlungen nicht betroffen, hieß es in der Presseerlärung. Das Fleisch der Tiere sei an Privatpersonen verkauft worden. Auch die Zoowärter selbst könnten das Fleisch verzehrt haben. Besonders brisant ist an dieser Entdeckung, dass die Vorfälle erst durch Untersuchungen des Rechnungsprüfungsamts bekannt wurden, während es dem Zoo selbst offensichtlich nicht aufgefallen ist.
Die Stadt Erfurt stellte sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle Strafanzeige und will über die Abberufung von Zooparkchef Norbert Neuschulz entscheiden. In Zukunft sollen die Bestandszahlen der Tiere im Erfurter Zoo genauer überprüft werden. Immerhin: wer immer das Fleisch verzehrt hat, kann zumindest sicher sein, dass es aus artgerechter Haltung stammt.