Zu zweit singt es sich schöner: ganz offensichtlich bevorzugen Pottwale das Singen in der Gruppe als alleine Töne von sich zu geben. Kanadische und britische Forscher haben beobachtet, dass ein Pottwal den Rhythmus seiner Töne den Lauten seiner Artgenossen anpasst. Auf diese Weise entstehen ganze Sequenzen synchroner Klicks.
Warum diese Chöre gebildet werden, können die Biologen bislang zwar noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass sie die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppen stärken sollen, wie man es auch von anderen Tierarten schon kennt. Über ihre Arbeit berichten Tyler Schulz von der Dalhousie-Universität in Halifax und seine Kollegen im Fachmagazin "Animal Behaviour".
Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass die Pottwale die Laute lediglich dazu benutzen, ihre Artgenossen aufzuspüren. Mit Hilfe von Unterwassermikrofonen belauschten die Forscher neun Pottwale im Pazifik, in der Nähe der Galapagos-Inseln, und weitere sieben in der Karibik. Die Tiere begannen jeweils zu "singen", wenn sie einen Artgenossen sehen konnten.
Erstaunlich war die Beobachtung, dass Pottwale ihre Klicksequenzen variierten und sie wie eine Antwort auf gehörte Lautäußerungen eines Artgenossen verändereten, bzw. anpassten. Sie antworteten zum Beispiel innerhalb von nur zwei Sekunden auf eine Klicksequenz ihres Gegenübers und wiederholten dabei häufig den Rhythmus der Lautabfolge.
Auf diese Weise entstanden Duette, in denen die Klicks nicht selten perfekt synchronisiert waren. Auch andere Wale nutzen ihre Laute für die Kommunikation von Tier zu Tier. So bezirzen etwa Buckelwale mit ihren Gesängen ihre bevorzugten Weibchen, und Schwertwalmännchen praktizieren eine Art Zwiegespräch mit ihren Pfeiflauten.