Whippet: Jagdhund mit Familiensinn

Der Whippet wurde ursprünglich zur Kaninchenjagd von britischen Bergleuten eingesetzt. Aber wie sooft in der Geschichte unserer Rassehunde waren es die besonders angenehmen Eigenschaften dieses schlanken, schnellen Jägers, die den Whippet ins Interesse des Kleinadels und der wohlhabenden Landbevölkerung in England rückten und den Grundstein für eine Ziel gerichtete Zucht legten.

Whippets haben sich seit den ersten Zuchtbemühungen um die Erhaltung eines leistungsfähigen und zugleich eleganten Jagdhundes in ihrer Erscheinung kaum geändert. Es sind ihre angenehme Größe, ihre Schnelligkeit und ihr menschenbezogenes Wesen, die Hundeliebhaber für diese Hunderasse begeistern. Auch wenn der Whippet heute nicht mehr wirklich zur Kaninchenjagd eingesetzt wird, ist eine Leidenschaft geblieben, die sich auch auf die Besitzer überträgt: ein Whippet muss laufen können. Wie alle Windhunde ist das freie und auf Geschwindigkeit angelegte Laufen ein Grundbedürfnis, dem Rechnung getragen werden muss, damit man die Lebensfreude dieser faszinierenden Tiere erleben kann.

Für den Laien ist der Whippet auf den ersten Blick der kleinere Verwandte der Greyhounds. Und tatsächlich verbinden diese beiden eigentlich grundverschiedenen Rassehunde einige von den Menschen so begehrte Eigenschaften, die sich auf ihre Entwicklung und Geschichte ausgewirkt haben. Wie auch der Greyhound wurde der Whippet auf Geschwindigkeit und Leistung gezüchtet, war aber wegen seiner geringeren Größe weniger verletzungsanfällig. Anfang des 20. Jh. wurde der Whippet dann auch bei Hunderennen eingesetzt, die sich – zum Glück für die Whippets – nicht zu professionellen und gewinnorientierten Rennen entwickelten.

Der Whippet gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Er erreicht eine Schulterhöhe von bis zu 51 cm und wirkt wegen seiner sehr schlanken und hochbeinigen Gestalt zierlich. Die Neigung zum Zittern und der eingezogene Schwanz sind typische Verhaltensweisen des Whippets, die fälschlicherweise als Angst interpretiert werden. Das Zittern ist Ausdruck von Kälte oder Aufregung und die versteckt getragene Rute ergibt sich aus der schrägen Beckenstellung von Windhunden. Die Wirbelsäule prägt die Silhouhette des Körpers vom schlanken langen Hals und dem hochgetragenen Kopf über die leicht abfallende Rückenlinie bis in die Schwanzspitze. Das Fell vom Whippet ist fein, kurz und anliegend. Den Whippet gibt es in allen Farben und Farbkombinationen.

Aufgrund seiner großen Verträglichkeit mit und Anpassungsfähigkeit auch an andere Haustiere, seiner großen Reinlichkeit und ausgeprägten Verschmustheit ist der Whippet auch ein angenehmer, ruhiger Familienhund und Gesellschafter. Seine eigentliche Bestimmung als Jagdhund mit der Leidenschaft zu laufen sollte aber nie vergessen werden. Der Whippet lernt sehr schnell und lässt sich durchaus dazu erziehen, die Rennleidenschaft und den Jagdtrieb auf Rennbahnen und Coursings auszuleben und dafür auf Spaziergängen Herrchen oder Frauchen folgsam zu begleiten. Der Whippet eignet sich auch für Agility, und am besten gefällt es ihnen natürlich, mit Artgenossen seiner Rasse zu spielen. der Whippet gehört zu einer überaus gesunden und langlebigen Rasse, bei der nur äußerst selten genetisch bedingte Krankheiten auftreten.

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