Hilfe: Ich vermenschliche meinen Hund

Hilfe: Ich vermenschliche meinen Hund

Zugegeben, das traf mich hart. Die Forschung hat schon wieder eins meiner Geheimnisse schonungslos gelüftet: Ich vermenschliche meinen Hund. Wenn mir das jemand auf den Kopf zusagen würde, er oder sie wäre sich meiner Entrüstung und vehementen Dementis sicher. Aus meiner Sicht gehöre ich zu den Hundehaltern, die Hund immer gerne Hund sein lassen möchten: deshalb habe ich auch zwei.

Mein erster Hund heißt Balu. So hieß er schon beim Züchter. Balu ist ein stolzer Rüde aus dem B-Wurf, ein Bärchen in XS-Format (Chihuahua). Mir gefiel der Name: es gibt schließlich auch Gummibärchen. Balu durfte seinen Namen also behalten. Anders sah es bei seinem Halbbruder aus. Er ist ein knappes Jahr jünger, stammt aus dem D-Wurf und hieß Dusty. “Dusty” ging in meinen Ohren GAR NICHT. Namenlos nahm ich den kleinen Bruder mit nach Hause.

Wenn man “dusty” mit staubig assoziiert, passte der Name sogar irgendwie: Der kleine Bruder hatte fusseliges, glanzloses Fell. Man sah auch schon, dass die Schnauze wegen Schiefstand der bleibenden Zähne auch irgendwann aus dem Lot wachsen würde und, was ihn so besonders machte, er war alles andere als ein süßer, knuddeliger Welpe. Er ließ sich nicht gerne anfassen, war ständig in Unruhe, leicht hektisch, knurrte bei allem Möglichen und – so klein er war, man sah auch schon deutlich, dass er das immer bleiben würde – “drangsalierte” er seinen großen Bruder.

Legte Balu sich gemütlich in eins der Hundekörbchen, kam der Babybruder dazu und knurrte sein Babyknurren bis der Bruder Platz machte. Geduldig ertrug der große Bruder, wenn der kleine Monsterbruder sich statt neben ihn auf seinen Kopf legte, mit den Pfoten wie wild, die Decke unter ihm wegkratzte bis es irgendwie gemütlich war und zig andere Aktionen. Auch wenn ich der Natur gerne ihren Lauf lasse, manchmal musste ich den “Großen” retten. Just zu der Zeit, in der unser neuer Hausgenosse noch namenlos das Leben von Balu unsicher machte, gab es in Berlin einen Herrn, den man als “Provokateur vom Dienst” betitelte. Tja, lange Rede kurzer Sinn: Aus Dusty wurde Thilo.

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